Sehnsucht

Da saß er nun, umgeben von Freunden, mit viel Alkohol im Blut, und dachte über sein Leben nach. Bildern zogen an seinem inneren Auge vorbei, Erinnerungen wurden wach, welche tief in ihn im schlummerten, die Sehnsucht bahnte sich einen Weg in seine Gedanken. Er hatte das Gefühl zu versumpfen, in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen.

Vor wenigen Tagen hatte man ihm den Boden unter den Füßen weggerissen, er dachte er könnte nicht mehr tiefer sinken, doch die schlechten Nachrichten hörten nicht auf.

So saß er nun da, die Tränen liefen ihm über die Wange, er nahm den letzten Schluck, verabschiedete sich und trieb orientierungslos durch die Nacht. Er dachte sehr viel nach und bemerkte die Kälte, die ihn umgab gar nicht. Unterbewusst brachten ihn seine Füße zuneiget Haus, welches er nur zu gut kannte. Er war dort angekommen, wo alles anfing. Er hatte viel nachgedacht und überlegt. Nun stand er dort, vor verschlossenen Türen. Sein Herz schrie förmlich auf, es pochte stark in seiner Brust, ein prickeln durchfuhr ihn und für einen kurzen Moment überlegte er ob er klingeln sollte.

Doch eine Türe in seinem Unterbewusstsein öffnete sich, ein Gefühl der Stärke übernahm die Kontrolle und er machte kehrt, er blickte nach vorne. In eine neue Zukunft. Er hatte etwas vor, denn es hätte endlich Klick gemacht. Er konnte und wollte so nicht mehr leben. Er wollte nicht mehr der Bittsteller sein. Er Wichte sich die letzten Tränen von der Wange und ging weiter.

‚Ich schaffe das,‘ murmelte er zu sich, ‚ ich werde es schaffen!‘

Sonnig er weiter, mit Blick auf einen Tag, der ihm ein für alle mal erzählen würde, welchen Weg er einschlagen würde. Denn er hatte sich selbst vor sechs Monaten verloren und durch einen Schicksalsschlag wieder gefunden. Er hatte seinen Mut, sein Selbstbewusstein, sein altes ich, wiedergefunden. Das was passierte, so entschloss er, war richtig so! Zu müde war er geworden und hatte nicht gedacht, dass er es jemals schaffen würde. Doch die Angst diesen einen Menschen, diesen einen Menschen den er wirklich von ganzem Herzen liebte, den wollte er nicht verlieren. Wenn ihn jemand in dieser acht gesehen hätte, der hätte festgestellt, dass er anfing gerader zu gehen, er nahm die Schultern hoch, ließ den Kopf nicht mehr hängen. Der Beobachter hätte festgestellt, dass er eine Aura auswählte, die er so vorher nicht hatte.

So ging er gefestigt, mit einer Idee im Kopf, zu seinem Lieblingsort. Wenige Zeit später, fand er sich auf einem schotterparkplatz wieder. Die Kälte Luft streichelte sein Gesicht, er lächelte und betrachtete das kühle Nass des Kanals, welcher vor ihm lag. Er setzte sich in das feuchte Gras einer Anhöhe. Und betrachtete die Sterne, die in dieser klaren Nacht auf ihn herabschienen.

Dieses Gespräch war wichtig für ihn, egal wie es ausgehen würde,  egal wie die Antworten auf seine Fragen aussehen würden. Er brauchte lediglich Klarheit, Gewissheit für seine nächsten Schritte. Er war gewillt los zu lassen, sich nicht mehr zerstören zu lassen. Egal was es kostete.

‚Ein neues Leben beginnt, eine neue Zeit bricht an,‘ flüsterte er und wusste, dass er sich nicht mehr verlieren würde. Er würde seine Identität nicht mehr aufgeben, er wusste endlich wer er war und was er wollte Dünste sollte Teil dieses ganzen werden, oder auch nicht, jenachdem wie sie sich entscheiden würde. Er hatte es einfach so satt!

Er legte sich ins Gras und ließ die Zeit vergehen, erst mit der aufgehenden Sonne wurde er aus seinen Gedanken herausgerissen und beobachtete mit einem Lächeln den Sonnenaufgang. Ja er war sich sicher, so sicher wie noch nie, das Leben würde immer weitergehen und es war endlich Zeit die Welt zu erobern.

„Ich liebe dich,“ sagte er und stand auf. Sein Ziel war gesetzt, jetzt hieß es abwarten bis der Tag gekommen ist.

Schnee

Die Straßen waren leer, kein Licht erleuchtete den vor ihm liegenden Weg. Der Wind war eisig und schmerzte im Gesicht. Es fing an zu regnen und so steuerte er die nächstgelegene Bar an, sein Ziel war ein gänzlichst anderes, doch der Regen machte ihm einen strich durch die Rechnung. Er öffnete die Tür der Bar und sofort kam ihm die stickige, vor Zigarettenqualm stinkende, Luft entgegen. Nach wenigen Augenblicken gewöhnte sich seine Nase an die neue Umgebung und auch seine Jacke legte er ab. Er steuerte direkt die Bar an und setze sich auf einen der wenigen freien Barhocker. ‚Ein Bier kann ja nicht schaden‘, dachte er sich und bestellte beim Wirt. Immer wieder blickte er nach draußen, doch der Regen schien nicht so, dass er in der nächsten Zeit weniger werden würde.So bestellte er sich ein kühles Bier nach dem anderen und mehrere Stunden verstrichen. Gegen Mitternacht entschied er sich dann, Trotz Regen, seinen Weg fortzusetzen, denn er hatte noch immer ein Ziel. Allen Widrigkeiten zum Trotz bezahlte er seine Getränke, zog die Jacke wieder drüber und zog sich noch schnell eine Packung Zigaretten am Automaten. Dann schlug er den Kragen hoch, steckte sich eine Zigarette an und trat aus der Bar heraus. Es war kälter geworden und der Regen hatte zugenommen, dennoch ging er die nicht beleuchtete Straße entlang. Irgendwann wurde aus dem Regen Schnee und der Weg wurde matschig und seine Füße ertranken förmlich in seinen Schuhen. Doch er ging weiter, er nahm keine Rücksicht auf seine Bedürfnisse oder Gefühle. So ging er noch einige Stunden weiter, der matsch wurde weniger, dafür legte sich eine sanfte weiße Schicht auf den Boden. Kein Auto fuhr heute Nacht, kein Mensch störte diese unheimliche aber schöne Ruhe. Alles war still und dunkel.

Dann sah er es, mitten im nirgendwo, stand ein kleines, unscheinbares Haus. Es war nur leicht beleuchtet und machte nicht viel her. Er kannte es aus Erzählungen, aus seinen Träumen und von Bildern. Sein Herz pochte und er hatte das Gefühl, das es gleich aus seiner Brust springen würde. ‚Bin ich wirklich am Ziel,‘ fragte er sich und wurde langsamer. Einige hundert Meter vor dem Haus blieb er stehen, er zog die kalte Luft ein und genoss den Duft des Landes, den Schnee, die kälte. Es dämmerte schon leicht und die Sonne tastete langsam hervor, der Schnee hatte bereits aufgehört und es war ein klarer Himmel zu erkennen. Langsam krochen die Strahlen der Sonne hervor und streichelten den Schnee. Ein unglaubliches Farbspiel entstand und so stand er dort, wie gefangen und betrachtete das Schauspiel. Dann fasste er sich und ging mit strammen Schritt auf das Haus zu. Er hatte Angst, riesige Angst, denn er hatte keine Ahnung, was ihn erwarten würde.

Ein kleines Tor grenze den Vorgarten von der Straße ab, es war nur angelehnt und so betrat er geschwind den kleinen Schotterweg Richtung Haus. Er zögerte, war es wirklich richtig, was er hier tat? Er klingelte. Eine leise Melodie ertönte und er hörte leise Schritte. Eine junge Frau öffnete ihm, lediglich in ein lockeres Nachthemd gekleidet, sie hatte ein wunderschönes Gesicht, lange haare, die Ihr etwas ins Gesicht fielen. Er kam nicht drum herum und Mussterte sie von oben bis unten. Sie hatte wunderschöne Beine, die Haut wirkte zart. Der Mensch, der vor ihm stand, wirkte einfühlsam und charismatisch. Sein Herz pochte noch heftiger, er bekam keinen Ton raus, konnte sich nicht vorstellen, seine Kehle war wie zugeschnürt. Auch dei junge Dame musterte ihn mit einem prüfenden Blick. Er war etwas dicker, trug schwarze Boots, dazu eine Jeans und seine Jacke, dessen Kragen er nach oben geschlagen hatte. Sie lächelte und öffnete die Tür ein stück weiter und trat zur Seite. Er erkannte eine moderne aber zum Haus passende Möblierung, es war eine Mischung aus alten und neuen Sachen. Er trat herein, noch immer mit zugeschnürter Kehle.

„Kommen Sie mit, möchten Sie einen Tee?“ Unterbrach sie die Stille, er bekam jedoch nicht mehr als ein Kopfnicken hin. Er folgte ihr und wurde ins Wohnzimmer geleitet. Er setzte sich auf die Couch und versank ein wenig. Das Haus strahlte eine wohlige Wärme und Geborgenheit aus, er fühlte sich auf Anhieb wohl. Doch alles an das er denken konnte war, dass er nicht versagen durfte. Er hatte nur diese eine Chance, er hatte nur diese eine wirkliche Gelegenheit um das zu schaffen, was er vor hatte. Während er gedankenversunken auf der Couch saß, war sie bereits verschwunden, um den gewünschten Tee zu holen. Sie setze sich ihm gegenüber und blickte ihm direkt in die Augen. Nervös rutschte er auf der Couch hin und her, ein Schluck tee konnte dann endlich seinen Knoten lösen.

„Ich bin hier, weil ich…“
„Du brauchst nichts sagen,“ unterbrach sie ihn, „ich weiß wieso du hier bist.“
Sie stand auf und setzte sich neben ihn, legte einen Arm um seine schultern und küsste ihn auf dei Wange.
„Du bist so ein wunderbarer menschn, ich habe viel von dir gehört und habe das Gefühl dich schon Jahre zu kennen. Ich…“
Sie legte einen Finger auf seine Lippen um ihn zu stoppen. Ihr Gesicht kam näher und sie schloss ihre Augen.

In Ketten

Eigentlich wollte ich ja immer beim Short Story Collab mitmachen, und dies gescheit durchführen. Leider ist das Ganze schon längst vorbei, was mich aber nicht daran hindert, eigene Themen zu nehmen und etwas zu schreiben. Das Resultat dürft Ihr hier lesen.

Die Ketten schnüren ihn ein, kalt und hart. Er kriegt kaum Luft und seine Knie tun weh. Er kann den Kopf nur ein Stück heben, doch das, was er sieht, lässt ihn erschauern. Allerlei Folterinstrumente, Käfige, Blut und Ketten. Der Geruch von Verwesung bereitet ihm Kopfschmerzen. Er hat keine Ahnung, wieso er gefangen ist, was er getan hat und wer ihn festhält. Er ringt nach Luft, versucht sich aus den schweren ketten die ihn am Boden halten zu befreien, doch jede Bewegung schnürt ihn mehr ein. Verzweifelt gibt er auf und wartet, auf das was noch passieren wird.

Plötzlich strahlt in ein grelles Licht an, er muss die Augen zukneifen, um nicht blind zu werden. Er hört Schritte die näherkommen, doch es sind nicht wie erwartet schwere Stiefel, sondern es klingt anders. Irgendwie weiblicher. Dann trifft es ihn wie ein Schlag, die Erinnerungen der letzten Tage kommen wieder und er weiß endlich wieder, wieso er hier gelandet ist.

Vor einigen Tagen hatte er eine attraktive und nette junge Dame kennengelernt und sich auf Anhieb gut mit ihr verstanden. Sie hatten sein Hotelzimmer besucht und waren für einige tage nicht heraus gekommen. Irgendwann klopfte es an der Tür, und als er aufmachte, wurde er ohnmächtig geprügelt. Das muss der Grund sein, wieso er hier ist, irgendwas stimmte nicht mit dieser Frau. War er in eine Falle geraten?

Die Schritte kamen immer näher, und als er aufblickte, erkannte er den schlanken und schönen Körper der Frau, mit der er die letzten Tage, das Bett geteilt hatte. Sie hatte ein hautenges Oberteil an, welches ihr bis zu den Oberschenkeln reichte, dazu Pumps und Strumpfhose. Sie trug einen Notizblock bei sich und schien irgendwas zu notieren. Der Versuch etwas zu sagen, scheiterte kläglich, er hatte keine Kraft und fühlte sich hilflos. Sie nahm sich einen in der nähe stehenden Stuhl und setzte sich, noch immer sprach sie kein Wort. Nach einer gefühlten Ewigkeit beugte sie sich zu ihm, nahm sein Kinn und drückte seinen Kopf nach oben, so, dass sie ihm direkt in die Augen sehen konnte. Er schaute in ein wunderschönes Gesicht, jedoch hatte sie einen Blick, den er nicht richtig deuten konnte. Es war irgendwas zwischen einem hämischen Grinsen und ein Triumph. Leise und erschöpft brachte er lediglich ein „Warum?“ hervor, danach war seine Kehle wie zugeschnürt.

Sie ließ seinen Kopf los, lachte kurz auf und erhob sich von ihrem Stuhl. Sie ging um ihn herum und erzählte: „Weißt du, du bist ein Opfer deiner selbst geworden, ich verfolge dich schon lange und habe gesehen, mit was du dein Geld verdienst. Du bist ein Söldner und Mörder, du kümmerst dich nicht um die Menschen in deiner Umgebung, du bist skrupellos und unberechenbar. Du bist hier, weil ich dich vor der Welt verbergen will, du gehörst hier nämlich nicht hin und deine Zeit ist noch längst nicht gekommen.“

Mit diesen Worten verließ sie den Raum wieder und vier groß gebaute Kerle kamen auf ihn zu, sie lösten seine Fesseln und schliffen ihn mit. Durch endlos wirkende Flure wurde er geschliffen, er hatte noch versucht, sich die Route zu merken, aber nach der fünften Abzweigung kreisten seine Gedanken um die eine Frau, die Frau, die er vor Jahren hatte gehen lassen müssen, die eine Frau die ihm zu dem gemacht hatte, der er jetzt war. Es war damals eine schöne Zeit für ihn, er war glücklich und motiviert, hatte eine vernünftige Anstellung und stand im Leben. Doch es bahnte sich etwas an, mit dem keiner gerechnet hätte. Bei einem Feuer verlor er seine Arbeit, bei einem Sturm verloren er uns seine Frau das Haus. Sie liebte ihn nicht mehr so wie früher, er war arbeitslos, motivationslos und gebrochen. Sie verließ ihn für andere Männer.

Es kam der Zeitpunkt, wo er ganz alleine war, kein Dach über dem Kopf, keine Arbeit und seine Frau hatte er auch verloren. Er entschloss sich Söldner zu werden, er trainierte hart und stieg die Leiter recht schnell hoch bis zur spitze. Er wurde Mannschaftsführer und hatte einige sehr heikle Missionen durchziehen können. Mittlerweile arbeitete er alleine, wurde immer in Krisenherde geschickt, niemand wusste von seiner Existenz, niemand wusste wer oder was er war. Bis jetzt.

In kettengelegt an der Wand hängend dachte er über Sein leben nach, das was war und das was noch kommen würde. Eigentlich war er froh gestoppt worden zu Sein, er wollte nicht mehr er Sein, er wollte nicht mehr morden.

[Vielleicht setze ich diese Geschichte fort]

Die Welt dreht sich

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte die mir sehr am Herzen liegt, denn sie kommt von Herzen. Irgendwann kommt immer einmal der Punkt an dem es Klick macht. Bei manchen öfter, bei manchen aber auch gar nicht und bei anderen, naja andere sind ganz anders. 

Ich bin eigentlich ein Mensch bei dem es zwar Klick macht, aber ich setze es leider nicht immer um. Ich bin ein sehr gefühlsbetonter Mensch, immer darauf bedacht, dass die Menschen die ich liebe, mich so sehen wie ich bin und mich so mögen. Ich bin nicht sehr experimentier freudig und eigentlich auch sehr träge. Doch manchmal habe ich meine Höhenflüge, meine goldenen Momente. Doch leider sind diese nur sehr klein und halten nicht sehr lange an. Solche Momente habe ich oft, wenn mir etwas passiert. So auch diesmal. 

Doch ich möchte von vorne anfangen. Reinen Tisch machen. Ich habe Menschen geliebt und gehasst. Mein Weg hat sich mit vielen Menschen gekreuzt und jeder ist mir in Erinnerung geblieben. Manche schlechter als andere, andere wiederum nur als sanfter Schemen in meinen Erinnerungen. Es gab damals eine Frau, welche das ein und alles für mich war. Ich habe fest daran geglaubt und empfand auch so. Nicht alles lief gut, im Gegenteil, aber ich habe sie geliebt. Es passierte das was passieren musste, wir trennten uns. Rückblickend betrachtet war das durchaus mein Fehler. Keiner mag Kleinkinder als Freund. Danach kamen andere Frauen, doch leider konnte ich nicht mehr so empfinden wie bei dieser einen. So verging die Zeit und die Gefühle für diese eine Frau blieben da, sie wurden zwar schwächer aber sie waren da. 

Dann vor knapp eineinhalb Jahren, können jetzt auch schon zwei sein, lernte ich diese eine Frau kennen. Sie war standhaft, süß und wirklich umwerfend. Zudem Zeitpunkt wollte ich gar keine Beziehung. Habe den Frauen abgesagt und wollte erstmal mein Leben auf die Reihe bekommen. Doch ich lernte sie kennen und je intensiver ich mit ihr schrieb, desto größer wurde das Verlangen. Ich bin oft mit dem Motorrad zu ihr gefahren, wir haben uns die Sterne angesehen und haben viel unternommen. Ich war glücklich und sehr froh einen solchen Menschen kennengelernt zu haben. Wir haben schöne Momente erlebt und die Fahrt jedesmal zu ihr war keine anstrenung für mich, sondern Spannung pur. Denn ich wollte sie sehen und endlich wieder küssen. So ging es ein ganzes Jahr. Es war eine Wunderbare Zeit. Und dann habe ich den wohl größten Schritt gewagt. Ich habe meine Heimat verlassen, ich zog mit ihr zusammen.  Man was war das für ein erlebnis! Möbel kaufen, Wohnung einrichten, jede Nacht neben ihr einschlafen, kuscheln. Es war wunderschön. Doch mein altes Leben holte mich ein. Der pc rückte in den Vordergrund, ich fand keine Ausbildung, nörgelte Zuviel rum. Ich habe sie vernachlässigt. Leider. Nichts desto trotz war dies ein wunderbares Erlebnis, sie hat mir eine Welt gezeigt die ich so noch nie kannte. Ich weiß nun endlich wie es sich anfühlt mit seiner Freundin in einer Wohnung zu leben. Wenn auch nur für sechs Monate. Doch es war wirklich schön. Doch es kam wie es auch hier kommen musste, trotz der Tatsache das unsere Beziehung gut verlief, drifteten unsere Welten auseinander. Sie wollte die Welt erleben und ich wollte die Welt mit einem geliebten Menschen erleben. Die Feststellung das wir unterschiedliche Ansichten vom Leben hatten und auch noch haben. Ließ uns auseinander driften. 

Natürlich tut das weh, sehr sogar. Doch ich muss auch sagen das ich glücklich bin, denn sie gab mir eine Chance, eine faire Chance selber zu entscheiden welche Art von schmerzen ich wählen möchte. Das klingt jetzt unfair. Sagen wir es so wir haben uns beide unter Tränen getrennt weil wir gemerkt haben das es die einzige Möglichkeit für uns war, in der Situation. Man hätte vieles anders machen können, nein ich hätte es machen können. Doch manchmal ist man so blind vom Leben, dass man nicht sieht was man falsch macht. 

Ich schöpfe aber auch daraus neuen mit, neue Energie und neues selbstbewusst sein. Denn ich habe festgestellt ich bin anders. Wann immer jemand zu mir kommt, denn ich Schätzee und mag, mit seinen Sorgen und Problemen. Versuche ich zu helfen. Anders als viele andere die sich erbarmungslos in Beziehungen mischen und Menschen beeinflussen nur um sie zu vögeln. Ich bin nicht so ein Mensch der sonegoistisch ist und sein Glück und wohl über das der anderen stellt. Ihr könnt jetzt sagen was ihr wollt, aber ich bin darauf so stolz und so froh drüber!  Es gibt arschlöcher auf der Welt und auch ich kann manchmal einer sein, keine Fragen! Aber ich kann mit Recht behaupten, dass ich mir ein bisschen Menschlichkeit bewährt habe und es noch immer für richtig und gut halte anderen zu helfen! Denn das ist richtig! Wenn ich an solche Menschen denke, die so rücksichtslos sind, dann werde ich sauer. Ich will nicht sagen das man nicht an sich denken soll, aber man sollte auch Rücksicht auf andere nehmen. Man sollte keine Köpfe indoktrinieren nur um sein eigenes Verlangen zu stillen. Das ist unmenschlich. 

Doch wieso erzähle ich euch das? Ganz einfach! Ich möchte euch nur nochmal daran erinnern das wir alle Menschen sind und wir uns gegenseitig helfen sollten, wenn wir sehen das jemand leidet. Nicht nur in der Liebe, sondern auch im restlichen Leben. Man soll sich selber nicht aufgeben, aber man soll aufpassen was man den Menschen antut, die den eigenen Weg kreuzen.

Also bitte, passt auf euch und eure Mitmenschen auf.

Kommt Veränderung..

..bleibt etwas liegen. So auch bei mir und das schon länger. Hier ist schon sehr lange nichts mehr passiert, aus bestimmten Gründen. Leider.

Doch ich will von vorne Anfangen. Gedanklich habe ich jeden Short Story Collab mitgemacht, doch fehlt mir meist immer ein Häppchen um die Geschichte dann wirklich auf das Papier zu bringen. Ja Papier, oft schreibe ich Geschichten vor. Dann staut sich alles an und man weiß nicht mehr wo man anfangen soll.

Dazu kommt das mein Hauptprojekt sehr viel Pflege und Fürsorge brauchte und noch immer braucht. Es ist schrecklich zwei Dinge oder gar mehr, gleichzeitig zu machen und irgendwo, wo auch Veränderung geschieht, bleibt etwas liegen. Doch ich bin nicht weg, ganz im Gegenteil. Ich habe in meiner Vergangenheit jetzt einige Entscheidungen getroffen, die ich entweder bereuen werde oder das beste daraus mache. So habe ich mein Hauptaugenmerk auf Die Welt Zockt gelegt und versuche mit diesem Projekt ein bisschen was zu erreichen. Doch dies kann mir keine Finanzielle Unterstützung geben, kann man Essen nicht bezahlen und die WG nicht bezahlen. Moment WG? Richtig, ich bin aus den heimischen Gefilden ausgezogen, habe die Wärme meiner Mutter und meines Vaters verlassen und lebe nun mit meiner Freundin und ihrem Bruder zusammen. Irgendwo muss man ja auch anfangen, oder?

Nebenbei bin ich auf der Suche nach einer Ausbildung, welches aber dann doch schleppend vor ran geht. Doch das ist eine Geschichte die ich ein anderes mal erzähle.

Wichtig ist die Frage, wieso erzähle ich euch das alles? Ganz einfach, ich möchte euch aktuell halten, damit ihr wisst wie es um mich, meine Dichterei und meine Romane steht. Denn aktuell überlege ich, den zweiten Gedichtband endlich zu veröffentlichen. Nach nun mehr als 4 Jahren. Er liegt schon lange fertig neben mir, korrigiert und bearbeitet. Das Cover ist ebenfalls fertig. Doch ich kann mich noch nicht dazu überwinden. Ein Freund sagte mir: „Verkauf das Buch und leg einen Strick dazu, da wird man ja depressiv bei.“ Diese Aussage hat mich zum Schlucken gebracht und hat mich unter anderem ein bisschen verunsichert. Doch es soll passieren, das Buch wird kommen. Wann? Ich werde euch drüber informieren! Versprochen!

Des weiteren schreibe ich aktuell einen Roman, einen Roman bei dem ich alles neu aufrolle. Diesmal ein Setting, welches ich persönlich sehr liebe. Sci-Fi. Aktuell stecke ich noch in der Planungsphase, so viele Ideen und Gedanken schwirren mir durch den Kopf, dass ich diese erst mal ordentlich Sortieren muss udn dann muss ich auch noch einen Anfang finden.

Ihr seht, ich habe noch viel vor, viel zu erzählen und werde ständig weiter machen. Egal wie lange meine Pause ist, ich werde da sein!

Short Story Collab #04 – virtuelle Realität

Auf Twitter wurde ich über eine interessante Aktion informiert. Es Handelt sich dabei um den „Short Story Collab“ von Captain Obvious. Da ich selber zur Zeit wieder viel schreibe und ich eine Motivation gesucht habe, diesen Blog wieder zu füllen, nutze ich die Gelegenheit und mache einfach mit.
Das Thema für Mai ist virtuelle Realität und damit geht es dann hier auch weiter!

virtuelle Realität

Die Nacht war unlängst herein gebrochen und Franklin saß noch immer am Computer, gebannt von Diskussionen, Bildern und lustigen Kram. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und irrte Stunden im Netz. Irgendwann blickte er dann doch auch mal auf die Uhr und stellte fest, dass der nächste Tag bereits voll im Gange war.
Er hob den Kopf hoch und merkte wie die Tastatur abdrücke in seiner Wange hinterließ. Völlig neben der Spur schüttelte er sich und warf einen Blick auf den Bildschirm, dieser war mittlerweile in den Stand-By Modus gewechselt und erst nachdem Franklin die Maus bewegte zeigte sich das Bild seiner letzten Arbeit. Unmengen an Codierungszeilen. Die Lust verging ihm sofort und so stand er auf und blickte sich noch etwas verwirrt um. Überall Gerümpel, Geschirr und alte Pizza-Schachteln. Er hatte schon lange nicht mehr aufgeräumt. Bei dem Anblick bekam er Hunger, was ihn nur noch mehr verwirrte, dennoch ging er Richtung Küche und schaute in den Kühlschrank. Leer. Ein plötzliches Stechen in seiner Brust ließ ihn zusammen zucken. Er fing an nach Luft zu schnappen. Es hörte genauso schnell auf, wie es gekommen war. Er nahm das Telefon und bestellte sich eine Pizza. ‚Irgendwann sollte ich aufräumen‘, dachte er sich als er zurück ins eigentliche Wohnzimmer ging. Ohne wirkliches Ziel durchsuchte er seine Computer nach einer Tätigkeit die ihn beschäftigen könnte, verblieb aber dabei, an seinem angefangenem Programm weiter zu schreiben. Es vergingen wieder Stunden des Arbeitens und irgendwann ließ die Konzentration nach, wieder wuselte er durch das Internet und versuchte Soziale Kontakte zu knüpfen. Im Internet war er jemand anders, er war motiviert, lustig, charmant und mutig. Das komplette Gegenteil zu seinem wirklichem Leben. Wenn er könnte würde er nur noch im Internet leben, doch sowohl seine Arbeit und seine Familie waren ihm so wichtig, das er solche Gedanken wieder schnell verwarf. Es war nie so gewesen das er keinen Spaß am wirklichen Leben hatte, es bot ihm einfach nicht das was er brauchte.
Er träumte von einer Welt gänzlichst im Internet, so wie Tron – Der Film es ihm vorschwärmte.
So vergingen Stunden, Tage, Wochen. Alles wiederholte sich, aufräumen, Duschen, programmieren, Social Media. Die zeit verging und er nahm es nicht einmal richtig war.
Nach einer undefinierbaren Zeit traf er auf eine junge Frau, die sein Leben verändern sollte. Erst war sie eine Randnotiz in seinem Leben, ab und zu schrieben sie mal miteinander, aber von vornherein war für ihn klar, dass sie außerhalb seiner Liga agierte und er wohl keine Chance hatte. Zudem wollte er sich eine weitere Schmach ersparen und hielt sie auf Abstand. Aktuell war für ihn das Programm sowieso wichtiger, da sein Arbeitgeber endlich Ergebnisse forderte.

Short Story Collab #03 – Mut

Auf Twitter wurde ich über eine interessante Aktion informiert. Es Handelt sich dabei um den „Short Story Collab“ von Captain Obvious. Da ich selber zur Zeit wieder viel schreibe und ich eine Motivation gesucht habe, diesen Blog wieder zu füllen, nutze ich die Gelegenheit und mache einfach mit.
Das Thema für April ist Mut und damit geht es dann hier auch weiter!

Mut

Faul und wie in Trance saß er auf seiner Couch und ließ sich von dem aktuellen Unterhaltungsprogramm beschallen. Ab und zu nippte er an seinem Whisky und ging mal zur Toilette. Dennoch hatte er seine Bewegungen auf ein Minimum reduziert. Immer wieder starrte er auf das Smartphone, in der Hoffnung das eine lang ersehnte Nachricht oder vielleicht sogar ein Anruf, seine Monotonie durchbrechen würde. Doch es passierte nichts. So wich der späte Abend der Nacht und das Unterhaltungsprogramm machte eine 180° Drehung und zeigte nun blanke Brüste und haarige Intimzonen, welche nur leicht aus gekachelt wurden. Desinteressiert zappte er durch das Programm und verharrte nie lange bei einem Sender. Er war unentschlossen und je später es wurde, desto unruhiger wurde er. Anstatt nur noch an seinem Whisky zu nippen, nahm er nun größerer Schlücke und man konnte meinen er wolle sich betrinken. Irgendwann musste er feststellen, dass die erste falsche Whisky geleert war. Anstatt eine neue Flasche zu holen, entschied er sich den Fernseher aus zu machen, sich auf die Seite zu legen und dem leisen ratatat, welches von der U-bahn bis in seine Wohnung drang, zu lauschen. Wieder der, zur Gewohnheit gewordenen, Blick auf das Smartphone und die damit einhergehende Enttäuschung. Voller Sehnsucht und Einsamkeit schlief er dann irgendwann auf der Couch ein.
Der Schlaf war Unruhig und nicht sehr Erholsam, oft wälzte er sich hin und her und drohte mehr als einmal von der Couch zu plumpsen.
Am nächsten Morgen wachte er auf, völlig verspannt und alles andere als ausgeruht. Wie zu erwarten war, ging sein erster griff wieder zum Smartphone. Immer noch nichts, eine Mischung aus Enttäuschung und Frustration machte sich in ihm breit. Achtlos warf er es ans andere Ende der Couch und rappelte sich auf. Geplagt von der Langeweile und der Frustration räumte er die Wohnung auf und ging Duschen.
An die Wand gelehnt und die Tropfen auf den Körper spürend sackte er schlussendlich zusammen, vergrub das Gesicht in den Händen und weinte. Er saß lange in dieser Position und bewegte sich kein Stück, lediglich das schluchzen war immer wieder zu hören. Irgendwann entschloss er sich dann dazu sich ab zu trocken und einkaufen zu gehen. Die automatische Verrieglung öffnete das Schloss und gewährte ihm Zugang zum Hausflur, unten angekommen öffnete er die Tür und trat hinaus ins freie. Es war mittags und demnach waren die Straßen voll und verstopft, weniger erfolgreich versuchte er sich durch das Gewühl zu quetschen. Oft wurde er an gerempelt oder zur Seite geschoben. Der Einkauf dauerte mehrere Stunden und er wagte nicht einen einzigen Blick auf das Smartphone. Mit dem Einkaufsrobot, welchen er sich von einem Freund geliehen hatte, im Gepäck, traf er dann wieder zu Hause ein. Er entlud den schweren vor ihm schwebenden Robot und schickte ihn via Autopilot zurück zu seinem Besitzer. Als er seinen Einkauf ordentlich verstaut hatte wagte er doch endlich einen kleinen verstohlenen Blick auf das Smartphone, welches er achtlos weggeworfen hatte. Der Bildschirm leuchtete in regelmäßigen Abständen auf, sie war da. Die lang ersehnte Nachricht war endlich da. Er fasste neuen Mut, setzte sich auf die Couch und laß begierig die Nachricht. Dann nochmal, nochmal und nochmal. Er konnte nicht fassen was er dort laß und musste schlucken. Er lag das Smartphone neben sich und fasste Mut, er wusste das er dringend Antworten musste, er wusste was auf dem Spiel stand. Er nahm das Smartphone wieder zur Hand und tippte die ersten Zeilen, er blickte auf und starrte ins leere, so viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf, irgendwann tippte er weiter. Er hatte den Mut gefunden ihr seine Liebe zu gestehen, endlich konnte er es. Er schrieb zu ende und schickte sie ab. Innerlich verfluchte er sich, doch es blieb ihm nichts anderes übrig, der Moment war passend und er konnte nicht anders. Doch die Minuten vergingen und nichts kam zurück, er wollte schon zu Bett gehen, als ihn eine neue Nachricht ereilte.
Er zog die Luft ein und war gespannt. Er laß, laß sie wieder mehrmals. Er sprang auf und jubelte. Er hatte es geschafft!

Short Story Collab #02 – Zeitreisen

Auf Twitter wurde ich über eine interessante Aktion informiert. Es Handelt sich dabei um den „Short Story Collab“ von Captain Obvious. Da ich selber zur Zeit wieder viel schreibe und ich eine Motivation gesucht habe, diesen Blog wieder zu füllen, nutze ich die Gelegenheit und mache einfach mit.
Das Thema für März ist Zeitreisen und damit geht es dann hier auch weiter!

Zeitreisen

Die Nacht war lang und düster. Kein Wind wehte und man hörte keinen Ton. Es war eine Nacht, wie man sie aus finsteren Horrorfilmen kannte. Diese zerreißende und bedrohliche Stille, die einen wahnsinnig machte. Betrachtete man das kleine Dörfchen genauer, erkannte man die verlassenen und halb verrotteten Gebäude. Es schien so, dass schon sehr lange niemand mehr dort gewohnt hatte. Doch irgendetwas schien anders, etwas passte nicht so recht in dieses Bild des verlassenen Dorfes. Ein Gebäude stach hervor und präsentierte sich mit ordentlichen Fassaden, sauberen Fenstern und einem ordentlichen Dach. Durch das kleine Kellerfenster konnte man sogar einen schwachen Lichtschein wahrnehmen.
Bei genauerer Betrachtung konnte man einen sehr alten Mann erkennen, er hatte graues langes Haar und einen strubbeligen, langen, grauen Bart.
Es schien so, als würde er gedankenverloren auf eine kurios aussehende Maschine starren. Aus ihr ragten Schläuche und Stangen. Überall blinkte und leuchtete es, Bildschirme zeigten die unterschiedlichsten Grafiken, Tabellen und Zahlen an.
Der alte Mann machte Anstalten sich aufzurichten, doch verharrte er in der Bewegung und sackte zurück in den Sessel.
Nach einigen Minuten trat eine weitere Person in das Blickfeld, eine schlank gebaute, sehr attraktive junge Frau. Sie hielt ein Tablett in der Hand und versuchte auf möglichst elegante Art und Weise die Treppe herunter zu gehen. Sie hatte schulterlanges
braunes Haar und wunderschöne grüne Augen. Ihr Gesicht schien makellos und perfekt. Dazu kam ein wohlgeformter und anmutiger Körper, der wohl jeden Blick auf sich ziehen würde.
Doch bei genauerer Betrachtung erkannte man die Wahrheit hinter dieser anmutigen Fassade, sie wirkte Müde und erschöpft, die Schultern vielen leicht nach vorne und Augenringe zeichneten sich ab. Auch das Tablett wankte stark, so dass die Tasse immer wieder ein wenig Flüssigkeit verlor.
Als sie unten ankam, stellte sie das Tablett auf einen Tisch neben dem alten Herren. Erst jetzt konnte man richtig erkennen, was sie alles mitbrachte. Neben ein paar liebevoll hergerichtete Sandwiches, erkannte man auch diverse Tabletten.
Sie ging in die Knie und ergriff die Hand des alten Mannes, sie schien etwas zu sagen und ihrem Gesichtsausdruck entnehmend, war es etwas aufbauendes, liebevolles. Sie hatte ein sanftes und wunderschönes Lächeln, doch dieses Lächeln wich sehr schnell, als der alte Mann anfing zu brüllen und zu schreien. Nur Fetzen davon drangen aus dem kleinen Kellerfenster. Er schrie Dinge, wie ‚das ist nicht möglich‘, ‚ich verstehe es nicht‘, ‚wieso funktioniert es denn bloß nicht‘. Doch elementar davon war der letzte Satz, den er schrie, bevor er wieder auf seinen Stuhl zusammensackte und anfing zu weinen, ‚Zeitreisen sind nicht möglich, ich habe alles versucht, doch es ist mir verwehrt die alte Ordnung wieder herzustellen‘.
Die junge Frau kam ihm ganz nahe, streichelte seine Wange und küsste ihm auf die Stirn. Sie verharrte noch kurz und ging die Treppe nach oben zurück.
Auch wir fingen an unseren Blickwinkel zu ändern, verließen das kleine Kellerfenster, betrachteten das kleine Dorf und sprangen ins Jahr 2983, wo wir uns weitere spannende Geschichten erhofften, die wir niederschreiben konnten und unseren Kindern irgendwann erzählen können, wenn wir unsere eigene Zeitachse wiedergefunden haben und unseren Geist in unserem Körper festigen können.

Short Story Collab #01 – Winter

Auf Twitter wurde ich über eine interessante Aktion informiert. Es Handelt sich dabei um den „Short Story Collab“ von Captain Obvious. Da ich selber zur Zeit wieder viel schreibe und ich eine Motivation gesucht habe, diesen Blog wieder zu füllen, nutze ich die Gelegenheit und mache einfach mit.
Das Thema für Februar ist Winter und damit will ich auch direkt anfangen!

Winter

Die Nacht brach herein und die Straßenlaternen gingen an. Er zog den Mantel enger und richtete seinen Schal.
Welch ein komisches Gefühl es doch war wieder durch diese Straßen zu gehen, dachte er sich, während er die mit leichtem Frost bedeckte Straße entlang ging.
Die Straßen waren leer und das Laternenlicht hüllte die Gebäude der Straße in ein unheimliches, fast bedrohliches, Licht und Schatten Spiel.
Er ging immer weiter und weiter, die Straße schien kein Ende zu nehmen. Lediglich die Gebäude wurden kleiner und die Lücken zwischen ihnen größer.
Irgendwann wichen dann auch die letzten Gebäude den folgenden Wäldern und Wiesen.

An einer Brücke machte er dann endlich Halt, der kleine Fluss unter ihm spiegelte das Licht des Mondes und wirkte unheimlich und düster.
Angelehnt an den Handlauf stand er da, starrte in den Fluss und wartete. Der Mond zog langsam aber beständig weiter, keine einzige Wolke kreuzte seinen Weg.
Irgendwann konnte man weitere Schritte vernehmen, eine Gestalt näherte sich ihm aus der anderen Richtung. Trotz des langen und dicken Mantels und der tief ins Gesicht gezogenen Mütze konnte man erkennen das es eine schlank gebaute Frau war. Ihre Schritte waren schwer und wurden immer langsamer. Einige Schritte vor ihm blieb sie stehen und blickte ihn nur an, kein Wort kam über ihre Lippen. So stand sie einige Minuten ohne Regung, bis er endlich den Blick von dem Fluss abwendete und sie anschaute.
Er musterte sie lange, bis ihn plötzlich ein Ruck durch fuhr und er ohne ein Wort auf sie zu stürmte, sie regte sich kein Stück. Mit weit ausgebreiteten Armen kam er ihr näher, umarmte sie innig und verharrte. Zögerlich erwiderte sie die Umarmung.
Es bedurfte keiner Worte in dieser Situation.
Er nahm ihre Hand und ging mit ihr ein Stück. Der Mond stand schon tief und am Horizont konnte man schon die ersten sanften Sonnenstrahlen erahnen. Er merkte wie die Hand der Frau sich aus seinem griff löste, er blickte sie nicht an, sondern ging immer weiter. Er schüttelte den Kopf, es schien als wolle er die Gedanken, die ihn überkamen, einfach abschütteln. Ruckartig blieb er stehen und schaute sich um. Sie war weg.
Er schloss die Augen und als er sie wieder öffnete, fand er sich in seinem Bett wieder.
Er stand auf und ging zum Fenster. Draußen schneite es unablässig.

Wo Altes endet, beginnt Neues!

Bevor ihr alle denkt, dass ich von meinem jetzigen Standpunkt und dem Standpunkt den ich seit 6 Monaten habe runter gekommen bin, muss ich euch enttäuschen.

Ich bin mir bewusst, dass die Uhr mir 5 Uhr sagt und ich ahne der Dinge, die da kommen. Doch wieso? Wieso gerade heute, hier und jetzt? Ich weiß es nicht. Ich bin ein Niemand im Vergleich zu vielen anderen. Mein Leid ist nicht schlimmer als das anderer, auch wenn ich über mein Leben wehklage. Viele Dinge sind mir bewusst. Ich bin in vielerlei Hinsicht wirklich eine Nervensäge, und wenn ich eins kann, dann ist es die Tatsache mich in Selbstmitleid zu baden. Das habe ich im Laufe der Jahre perfektioniert und ich bin und werde noch vielen Menschen damit auf den Geist gehen. Doch muss ich auch sagen das, dass etwas ist, was mich ausmacht. Ich hänge noch immer einer schon längst verlorenen Liebe hinter her. Ich trauere noch immer und kann noch immer nicht begreifen, wie das alles gekommen ist. Dennoch habe ich den Blick auf meine Zukunft nicht verloren. Seit 6 Monaten vegetiere ich aber nur noch vor mich hin. Mein Leben stagniert und gerät ins Wanken. Ja das ist so, auch wenn vielerlei Dinge gut laufen. Ich habe einen Nebenjob gefunden, der mir Spaß macht und mir an die Substanz geht ich verfolge Hobbys und habe dabei Spaß. Auch wenn das alles die Vergangenheit nicht überschatten kann, so ist es ein Lichtblick. Ja ich vermisse sie und das, was passiert ist, will ich mir und meiner Seele nicht eingestehen. Meine Vergangenheit behindert mich in vielerlei Hinsicht und ich glaube das wird auch noch eine Weile so weiter gehen. Ich weiß bereits jetzt, dass dieses Semester der ein oder andere Fehler passiert ist. Ich werde Dinge abermals wiederholen müssen und ich weiß, dass ich mich endlich am Riemen reißen muss, um voranzukommen. Es fällt mir schwer los zulassen. Selbst die damaligen letzten Ereignisse haben mich nicht wach gerüttelt. Doch so sei es. Ich bin ein Produkt meiner Vergangenheit und in dieser lebe ich. Zurecht? Ich weiß es nicht. Ich vertrete die Meinung, dass ich das verdient habe. Den Schmerz, die Trauer, das Leid. Doch formt mich das Ganze auch.

Ich habe Menschen enttäuscht und ich wurde enttäuscht, ich wurde benutzt und verraten. Auch wenn sich gewisse Menschen niemals eingestehen könnten, dass sie das mit mir gemacht haben. Aber ich lasse sie in diesem glauben. Denn nicht jeder ist dazu fähig sich seine eigenen Schuld eingestehen zu können. Ich kann es und darauf bin ich unsagbar Stolz. Ich kann auf Menschen zu treten und sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich kann sagen, dass ich falsch lag. Das ist mir viel wert.

Ich bin fern davon, perfekt zu sein. Ich bin fern davon ein guter Mensch zu sein. Ich mache nicht nur einmal einen Fehler, nein ich mache Fehler immer und immer wieder. Ich trete in die gleichen Fettnäpfchen und entschuldige mich immer wieder dafür. Das Ich in vielerlei Hinsicht meine Glaubwürdigkeit verloren habe ist mir klar. Doch, so weiß zumindest ich es, meine ich meine Entschuldigungen immer ernst! Ich bin kein Mensch für Floskeln. Wie ich bereits sagte, ich lebe in meiner Vergangenheit. Jede Nacht lege ich mich in mein Bett und hoffe, dass sie neben mir liegt. Jeden morgen wache ich auf und hoffe, ihren Duft zu riechen. Jedes Mal wenn ich mein Zimmer betrete, erhoffe ich mir, sie vorzufinden. Sie hat aber einen Neuen und dessen bin ich mir bewusst. Ich hoffe sie ist glücklich, glücklicher als mit mir. Ihre Floskeln habe ich noch im Ohr „Ich bin froh das Du meine erste Beziehung warst.“ Jedes Mal, wenn ich daran denke, möchte ich schreien. Meine ganze Wut raus lassen. JA ich bin wütend, wütend das Sie versucht hat mich für dumm zu verkaufen. Leider weiß ich aber auch, dass wenn ich sie wieder sehe, ich ihr alles Vergeben würde. Komisch oder?

Warum ich euch das alles schreibe? Warum ich meiner Seele freien Lauf lasse? Meine Gedanken niederschreibe und euch präsentiere? Ich möchte euch nur eins sagen, verliert niemals den glauben an euch selbst. Egal wie Schwarz die Tage sind, egal wie viel Trauer und Leid in euch, um euch, herrschen. Es gibt einen Grund für alles. Nach jedem Tief gibt es ein Hoch, doch könnt ihr dieses Hoch, kann ich dieses Hoch, nicht erfassen, wenn man sich selbst verloren hat. Gebt nicht auf, seid standhaft und geht euren Weg. Glaubt aber nicht, dass der Weg einfach wird. Lasst euch davon aber nicht abschrecken, es wird sich immer auszahlen. Es ist keine Lösung den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Es bringt oftmals nur noch mehr Leid und Trauer.

Das sind auch Themen, die meine Gedichte prägen. Meine Gedichte sind Momentaufnahmen meines Lebens. Sie repräsentieren mein tiefstes Innerstes in bestimmten Situationen. Oftmals fällt die Thematik dabei auf die Liebe, die Trauer, das Leid und vieles mehr. Vielleicht könnt ihr euch wieder finden, denn wenn ich eins mit meinen Gedichten ausdrücken möchte, dann eins. Ihr seid nicht alleine damit!
Bleibt stark und geht euren Weg! Wo Altes endet, beginnt Neues!